Holz statt Weihrauch

KELL AM SEE. "Es ist immer wieder eine positive Erfahrung, wie rührend sich die Vereine aus Kell am See um den Kindergarten
kümmern. Wir sind fast wie eine Familie", freute sich Schwester Maria-Regina, Leiterin des Kindergartens in Kell am See.
Der Grund: Drei Vertreter des Sportvereins überbrachten jeder ein großes Paket mit Lernspielzeug.
"Den Betrag von 350 Euro haben wir vom Erlös der Rock-Veranstaltung Highway To Kell im März 2004 für den Kindergarten
Kell am See erwirtschaftet", sagt Mitveranstalter Markus Hau und überreicht Schwester Maria Regina und den Kindern
gemeinsam mit seinen Sportkollegen - gerade so wie die drei heiligen Könige - drei große Pakete mit Spielzeug.
Das Rock-Konzert war vom Sportverein veranstaltet worden. "Wir haben nicht lange überlegt, für wen der Erlös bestimmt sein
soll", sagen die drei Sportler. Was aber in den Paketen sein soll, darüber haben sich die Verantwortlichen viele Gedanken
gemacht. Und so können sich die Kinder in Zukunft an Holzspielzeugen, Holz-Puzzles und insbesondere an
Konstruktionsbauteilen erfreuen und sich dabei spielend weiterbilden.
Als hätten die Kinder etwas von der bevorstehenden Beschenkung gewusst, hatten sie ein umfangreiches Programm einstudiert.
Das führten sie den Spendern als Dankeschön für die Geschenke vor.
Garantiert keine Eintagsfliege
Musik, Musik: 1200 kamen zu "Chock-a-Block" und "Aragon" nach Kell

KELL AM SEE. (kat) Premiere: 1200 Konzertbesucher feierten auf dem "Highway to Kell" mit "Aragon" und "Chock-a-block" eine
höllisch gute Party bis in den Morgen. Das Konzert war garantiert keine Eintagsfliege.
Lampenfieber hatten nicht nur die Musiker von "Aragon" und "Chock-a Block". Sichtlich nervös waren auch die unzähligen
Helfer der ersten und zweiten Mannschaft des Sportvereins Kell am See und das Organisationsteam rund um Christoph Kläser.
Im Herbst 2003 hatten sie beschlossen: "Wir müssen etwas Cooles für die Jugend auf die Beine stellen." Seitdem haben die
rührigen Keller geplant, tatkräftig angepackt und etliche Stunden ihrer Freizeit geopfert, um den Konzertabend
vorzubereiten.
"Die Halle schreit nach großen Konzerten"
"Die Sport- und Kulturhalle schreit nach großen Konzerten", sagt Kläser. Die Besucherscharen, die Richtung Halle schreiten
geben ihm Recht. Mit jedem Gast, der von den Sicherheitskräften am Eingang kontrolliert wird, sinkt die Anspannung der
Verantwortlichen auf dem "Highway to Kell". Die Kultrockband ACDC hat mit ihrem Lied "Highway to hell" den Anstoß zu dem
Titel der Veranstaltung gegeben. "Wir Keller haben immer schon umgedichtet und ,Highway to Kell' gesungen", erinnert sich
Christoph Kläser. Da lag es nahe, dem Rockkonzert, das sich als feste Party- und Konzertgröße etablieren soll, einen wieder
erkennbaren Namen zu geben. Damit der Abend in Kell am See teuflisch gut wird, wurde die Halle mit schwarzer Silofolie
dekoriert, knallrote T-Shirts für die Helfer entworfen und hier und da blinkt ein rotes Hörnchen auf dem Kopf eines
Helfers. Auch an das "Schattenreich" von Konzerten haben Christoph Kläser & Co gedacht: alle Anwohner wurden im Vorfeld
informiert und haben "komplett positiv reagiert". Sowohl am Eingang als auch in der Bar "Hells Kitchen" erinnert das
Jugendschutzgesetz beispielsweise daran, dass an Jugendliche unter 16 Jahren kein Alkohol verkauft werden darf. Und das
Orga-Team nimmt die Regeln ernst. Eine 13-Jährige muss auf dem Absatz Kehrt machen.
"Wir wollen ein Konzert machen, ohne in Negativschlagzeilen zu geraten. Feiern und Regeln einhalten beißt sich nicht", so
Kläser. Mit den ersten Klängen von "Aragon" von der 15 Meter großen Bühne, über der ein imposantes Gemälde mit der
Aufschrift "Highway to Kell" hängt, beginnt die musikalische Höllenfahrt. Vergessen sind die Mühen: 1200 Menschen tanzen,
singen und feiern.
Nachdem "Aragon" dem Publikum schon mächtig eingeheizt hat, lassen Sänger Tobias Weber, Keyboarder Marco Lehnertz, Bassist
Sebastian Wagner, Schlagzeuger Klaus Belinger und Gitarrist Frank Rohles 50 Jahre Rock-Geschichte, garniert mit eigenen
Kompositionen, aufleben. Mit den Liedern von Queen, Bon Jovi oder Toto sorgt "Chock-a-Block" für beste Stimmung in der
Halle, die für Konzerte prädestiniert ist.
Gegen Mitternacht ist auf dem "Highway to Kell", die Hölle los. Volltreffer. Die Jungfernfahrt auf dem "Highway to Kell"
ist bestanden.
Garantiert geben die Männer in Rot nächstes Jahr noch einmal Vollgas, damit auf dem "Highway to Kell" wieder bei guter
Musik abgefeiert werden kann.
Rock aus Slowenien

KELL AM SEE. Nach der Jungfernfahrt im vergangenen Jahr hat das Team des "Highway to Kell" in diesem Jahr Vollgas gegeben.
Weit über tausend Fans erlebten die Bands "The Shanes" und "Siddharta".
Publikumsmagnete: Siddharta füllen in ihrem Heimatland Fußballstadien!
"Die sind einfach nur laut", sagt eine Frau, schätzungsweise vierzig Jahre alt, mit hellblondem Pagenschnitt. "Die sind
super. Klasse E-Gitarrensound", freut sich Christof, etwa zwanzig Jahre alt und mit dem typischen Aussehen des "netten
Jungen von nebenan" gesegnet. Während es draußen schneit und einige hart gesottene Teenager im Sommertop
bei Minusgraden vor der Sport- und Kulturhalle in Kell verschnaufen, heizt "Siddharta" die Stimmung drinnen weiter an.
Gute Vorarbeit auf dem "Highway to Kell" hat die überregional bekannte Hardpolka-Band "The Shanes" aus Trier bereits
geleistet. Mit dem neuen Album "Pölka" im Gepäck weckt die Band die Tanzfreude beim Publikum. Während Teenies und ältere
Semester vor der Bühne ausgelassen feiern, muss hinter den Verkaufsständen harte Arbeit geleistet werden. Die Helfer kommen
überwiegend aus den Mannschaften des Sportvereins und rotieren heute Abend ebenso wie in den Wochen vor dem Konzert, um das
im letzten Jahr abgegebene Versprechen, "einen coolen Dauerbrenner für die Jugend auf die Beine zu stellen", wahr werden zu
lassen.
Mit "The Shanes" haben sie einen Volltreffer gelandet und mit "Siddharta" eine slowenische Band für diesen Abend
verpflichtet, die in ihrer Heimat ganze Fußballstadien füllt.
Mit einer Mischung aus Metal, Rock, Folk und mittelalterlichen Einflüssen sahnt der sechsköpfige Hoffnungsträger der
Musikszene Musik-Preise am laufenden Band ab und will nach den heimischen Riesenerfolgen nun auch den Rest der Welt
erobern.
Auf dem "Highway to Kell" präsentieren die Slowenier unter anderem auch ihr drittes, aktuelles Album "RH-". Die jungen
Zuhörer sind begeistert von den eigenwilligen Kompositionen, die das breit gefächerte musikalische Können des Sechstetts
widerspiegeln, während die etwas in die Jahre gekommenen Stones-Fans der ersten Stunde noch schwanken, ob sie die Newcomer
in die Sparten "gut" oder "gewöhnungsbedürftig" einordnen sollen.
Garantiert wird Sänger und Gitarrist Tomi M. vor allem den Mädels nicht nur durch seine prägnante Stimme in Erinnerung
bleiben. Der Frontmann ist fotogen und er beherrscht vorzüglich sein Instrument. Tomi M., Primoz B. (Gitarre, Gesang), Jani
H. (Bass) Bostjan M. (Schlagzeug), Tomaz O. (Saxofon) und Cene R. (Keyboard) gaben ihrer Band bei der Gründung 1995 den
Namen des Romans von Hermann Hesse, weil sie "den Klang des Namens sehr mochten".
Kenner der Musikszene sagen voraus, dass "Siddharta" mittelfristig weltweit die Erfolgsleiter nach oben klettern wird. Auf
dem "Highway to Kell" haben sie ihre Spuren hinterlassen und garantiert viele neue Fans gefunden.
Vorbericht zum Highway To Kell 2006

KELL AM SEE. Ob sich das Teufelchen bei diesem Wetter wohl fühlt?
Am Freitag und Samstag, 17. und 18. März, soll es beim "Highway To Kell" heiß zugehen und dürften die Bands "Moretallica"
und die "Toten Ärzte" für höllisch gute Stimmung sorgen.
Mit einer ausgefallenen Idee machen die Veranstalter an der Hunsrück-Höhenstraße Werbung für die große Fete.
Allerdings musste der aus Strohballen gestaltete Teufel lange arg im Schnee frieren - ihn dürfte das Tauwetter freuen.
Die Keller Sporthalle wackelt

KELL AM SEE. Ausverkauftes Haus und beste Party-Stimmung herrschten bei der dritten Auflage des "Highway to Kell"
Festivals. Die Bands "Moretallica” und die "Toten Ärzte" rockten die Sporthalle für einen guten Zweck.
Der Nebel auf der Bühne verzieht sich langsam, aus den Boxen dringt ein Metallica-Intro, als die vier waschechten
Hochwälder von "Moretallica", zu ihren Instrumenten greifen. "Moretallica" haben sich der Musik von "Metallica"
verschrieben, und es hat den Anschein, als hätten sie deren Songs bereits mit der Muttermilch aufgesogen.
Der Eröffnungssong "Enter Sandman" lässt die Herzen der Metal-Fans höher schlagen. Während vor der Bühne einige ihre "Mähne
schütteln", schütteln draußen bei Minusgraden eine Menge Leute verärgert ihren Kopf, als die Veranstalter vom SV Kell ihnen
freundlich mitteilen: "Nichts geht mehr, die Halle ist ausverkauft". Derweil wagen sich "Moretallica" an die Frühwerke
ihrer Helden ran. "For Whom the Bell Tolls" und "The Four Horsemen” werden besonders von den Metallica-Fans der ersten
Stunde bejubelt.
"Ein Konzert der Extraklasse", freut sich Winnie Dietz aus Hetzerath. Nach nur dreimonatiger Probezeit klappt das
Zusammenspiel der Band bei ihrem ersten größeren Auftritt nahezu perfekt. Sänger "Ädäm" Adam, Gitarrist "Pinky" Klaeser,
Schlagzeuger "Steve" Zender und Bassist "Charly" Keil steigern sich in einen wahren Spielrausch und dürfen
selbstverständlich die Bretter ohne Zugaben nicht verlassen. Mit dem Klassiker "Nothing Else Matters" verabschieden sich
"Moretallica", und übergeben das begeisterte Publikum an die vor Schaffenskraft nur so strotzenden "Toten Ärzte". "Hey,
hier kommt Alex", schreit Sänger Branko ins Mikrofon und leitet damit den Ausnahmezustand in der Halle ein. Kein Wunder,
denn die Hamburger covern ausnahmslos die Gassenhauer der Spaß-Punk-Gruppen "Die Ärzte" und "Die Toten Hosen". Der Raum vor
der Bühne wird zur Tanzfläche, und die Party-Fans kreischen, singen und sind dabei auch noch textsicher. "Ist das geil, das
sind unsere Lieblingssongs", schwärmen Tina und Andrea.
Ausverkauftes Haus und prima Stimmung
Garniert werden die musikalischen Dauerbrenner mit etwas Feuerwerk, Feuerspucken, und einer Riesentüte voller Spaß. Hits
wie "Westerland" oder "Zehn kleine Jägermeister" katapultieren die Stimmung auf den Siedepunkt und sorgen dafür, dass die
Leute hinter den Tresen Leistungssport betreiben müssen. "Der Stress hat sich natürlich gelohnt. Ausverkauftes Haus, prima
Stimmung, mehr wollen wir gar nicht", bilanziert Markus Hau vom Sportverein. Er freut sich besonders darüber, dass für jede
verkaufte Karte 50 Cent an den "DKMS" gespendet werden – das ist ein Verein, der an Leukämie erkrankte Menschen bei der
Suche nach geeigneten Knochenmarkspendern unterstützt
SV Kell spendet nach erfolgreichem Konzert 600€ an die DKMS

Auch in diesem Jahr können die Organisatoren des „Highway to Kell“ [17./18.03.2006] auf eine gelungene und erfolgreiche
Veranstaltung zurückblicken.
Während in der Halle die regionale Band „Moretallica“ und die aus Hamburg stammenden „Toten Ärzte“ dem Publikum mächtig
einheizten, mussten viele draußen in der Kälte stehen bleiben, da die Schulsporthalle mit 1200 Gästen komplett ausverkauft
war.
Wie bereits in den Jahren zuvor kommt ein Teil der Einnahmen einem wohltätigem Zweck zu Gute. So entschied man sich in
diesem Jahr für jede verkaufte Karte 0,50 € an die DKMS zu spenden. Der Verein unterstützt an Leukämie erkrankte Menschen
bei der Suche nach geeigneten Knochenmarkspendern. Diese Suche macht eine sogenannte Typisierung erforderlich, welche
wiederum mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden ist.
Mit dem übergebenen Scheck über 600€ soll der Verein in seiner erfolgreichen Arbeit unterstützt werden.
Zudem fließt ein weiterer Teil der Einnahmen in den Neubau eines Kleinspielfelds, das der SV Kell für den Fussballnachwuchs
auf der Keller Sportanlage anlegt.
Nachts geht die Sonne auf

KELL AM SEE. Rammstein füllt die ganz großen Hallen, die Rammstein-Tribute-Band "Feuerengel" und "Moretellica" brachten die
Sport- und Kulturhalle Kell zum Kochen. Die Fans waren Feuer und Flamme vom vierten Highway to Kell.
Lampenfieber? "Nein", sagt "Feuerengel"-Keyboarder Thorsten Heintzsch lachend. Nur einmal habe er weiche Knie vor einem
Auftritt gehabt. Als das Vorbild "Rammstein" die Cover-Band aus Bremen gebeten hatte, auf deren Gold- und Platinverleihung
zu spielen. "Eine besondere Ehre." Da gelte es schon, jeden Ton zu treffen, schließlich wolle man sich nicht blamieren,
sagt der Keyboarder.
Perfekte Show und friedliche Fans
"Die haben es drauf", begeistert sich Hobby-Gitarrist Sascha Schmidt aus Deuselbach, reißt die Arme hoch und trällert
lauthals mit. "Sechs, sieben, acht, neun, hier kommt die Sonne...", kreischt die Menge während Pyro-techniker Florian von
Bothmer einen Knopf drückt und mit meterhohen gleißenden Flammen und brennenden Mikros feurige Akzente auf der Bühne setzt.
"Asche" johlt Boris Belic ins Mikrofon, das Partyvolk grölt mit und will mehr. Mehr "Ohne dich", mehr "Mutter", mehr
"greatest Rammstein-Hits". Und bekommt sie.
Immer wieder legt sich Hitze auf die Gesichter der schwitzenden Fans, die in den ersten Reihen tanzen, singen, feiern.
Angeheizt von "Moretellica", der Vorband, die klasse Arbeit geleistet hatte. Den Heimspielbonus hätten die vier
Metal-Musiker aus dem Hochwald (Christoph Klaeser, Ralf Keil, Stefan Zender, Andreas Adam) nicht gebraucht. Unermüdliche
Zugaberufe auch nach dem x-ten schweißtreibenden Extralied sprachen für sich. Auch die Feuerengel zollten der Vorgruppe
höchstes Lob. "Sehr professionell." Während innen stundenlang "der Bär steppte", hatten 100 Helfer alle Hände voll zu tun.
So etwa Bettina Reichert. Sie war eine der Frauen aus den Reihen des Keller Sportvereins, die sich um die 800 Jacken
kümmerten, die in der eigens eingerichteten Garderobe sorgfältig aufbewahrt wurden. Wehrführer Kurt Waschbüsch und seine
Feuerwehrmänner hatten die zündelnden Feuerengel im Visier – und blieben glücklicherweise einsatzlos.
Beachtenswert war das Engagement der "Security-Männer". Sobald sie aufflammende Aggression witterten, waren sie zur Stelle
und ihre bloße Präsenz reichte, um Streit im Keim zu ersticken.
Der Keller Sportverein, der "Highway to Kell" veranstaltet, kann auch in diesem Jahr positive Bilanz ziehen: ausverkauft,
ein teuflisch gutes Programm – und die braven Gäste schwebten im siebten Himmel.
Freude, Kacke, Rimbimbis
„Highway To Kell“. Da waren wir nicht nur verdammt lange drauf, da wollten wir auch hin. Im schönen Kell am See, irgendwo
ganz weit weg zwischen Trier und Luxemburg hatten ein paar Wahnsinnige schon zum vierten Mal eine zweitägige Party
organisiert, dessen Krönung unser Auftritt sein sollte. Irgendwas über 1000 Tickets waren im Vorverkauf weggegangen und wir
freuten uns schon lange vor dem Gig wie die kleinen Kinder.
Als uns der Routenplaner verriet, wie lange wir uns im Bus noch freuen konnten, freuten wir uns zwar immer noch. Allerdings
nur auf den Gig. Nicht auf die Fahrt. Wir sind dann vorsichtshalber mal einen Tag früher losgefahren und haben nur ganz
knapp verpasst, wie die Sonne über unserem malerisch gelegenen Hotel aufging. Schade, da hätten wir uns sicher auch
gefreut. Dafür haben wir viele schöne Parkplätze und Raststätten gesehen und viel wirres Gelaber fabriziert. Nach müde
kommt blöd, denkt mal drüber nach. Besonders gefreut haben wir uns über ganz exquisite Lach- und Kackgeschichten. Freude,
Freude! Auch Selle (28) hat uns wieder einmal die Tränen der Rührung in die Augen getrieben. Der kleine Racker hat uns
nämlich mal wieder etwas gebaut. Alles andere hätte uns auch sehr gewundert... Diesmal erblickten unsere faltigen
Glotzöffnungen ein mit Fingerfarben in strahlendem Grau lackiertes, fahrbares Monstrum aus fünfeinhalb Tonnen reinem
Kruppstahl für CO2-Flaschen und Feuerlöscher. Wenn er uns jetzt noch einen Gabelstapler oder einen Roadie mit der Statur
eines KingKong häkeln würde – was täten wir uns freuen. Außerdem hat uns das Selleneit bei Burger King einen ganz tollen
Verkaufs-wagen aus einem Getränkebecher, Kondensmilchdöschen, Stroh-halmen, etc gebaut. Hadda feinemacht! Ja, was hat er
das feinemacht!
Genug gefaselt. In Kell erwartete uns ein hochmotiviertes Organisationsteam, das uns im Hotel heimsuchte und uns von da an
rührend umsorgte. Graf Etepetete hielt es übrigens nicht für nötig, seinen elfenhaften Astralleib zum Frühstück von der
Schlaf-stätte gleiten zu lassen, so dass er in unserer Herberge noch schön eine Extra-Wurst in Form einer lieblichen
Käseplatte gebraten bekam. Und sich damit promt einen Anschiss vom Herren des Hauses einfing. Ha ha ha! Da halfen auch die
Rimbimbis nichts.
In der Halle dann wieder anhaltende Freude. Zum Beispiel über die Helfer beim Ausladen, den abgeschotteten
Backstage-Bereich, den permanent gefüllten Kühlschrank und unsere super unkomplizierte Vorband Moretallica, die ihre
„Master of Puppets“-Bühnendeko-Kreuze in die Halle schleppten und dabei einen der besten Monthy Python-Sprüche zu hören
bekamen: „Jeder nur ein Kreuz!“ Womit jetzt gerade wieder einmal bewiesen sein dürfte, dass Situations-komik einfach nur
genau einmal lustig ist. Schade eigentlich, wollte es aber trotzdem mal erwähnen.
Ein großes Lob gebührt dem Organisationsteam, das nicht nur jederzeit wusste, was zu tun war, sondern es dann einfach auch
getan hat. Wir haben uns bei euch bestens aufgehoben gefühlt! Besonders in dem Moment, als wir die knapp 1400 (oder waren
es 140 000?) Menschen vor der Bühne stehen sahen, die dann im Verlauf des Abends eine megafette Party mit uns gefeiert
haben. Ihr wart großartig! Vielen vielen Dank! Daniel hatte zwar ein wenig das Höschen voll, als es so aussah, als wolltet
ihr ihn mitsamt Schlauchboot hinterm Tresen versenken, aber sonst war alles hübsch. Stimmt nicht. Geil war’s. Und warm.
Stimmt nicht. Heiß.
Am nächsten Tag haben wir Lolo noch mal eben nach China gebracht und in Köln waren wir auch. Da wollten wir aber gar nicht
hin. Und die Vulkaneifel ist streckenweise ganz schön langweilig.
Viel zu spät aber glücklich kamen wir daheim an. Mit dem Gefühl, ganz weit weg ein paar neue Freunde gefunden zu haben.
Vielen Dank ans Publikum in Kell am See, an das Organsiationsteam, die Feuerwehr, die Bierbringer und
Equipmenthinundher-schlepper und natürlich an unsere Crew, die aus Lolo und Selle und Selles Zivi (tja, das Alter...)
Svenni bestand. Ihr habt euch eine Dankeschön-karte mit Kräuterrand verdient, die beim Aufklappen „Fick mein Gehirn“ von
Fischmob spielt.
Bis demnächst.
Eure FEUERENGEL
© Farp
Nächste Abfahrt: Wahn
Wie schon im vergangenen Jahr zog es uns ins lauschige Kell am See. Der Anlass: das knuffige „Highway To Kell“. Weit über 1000 Partywillige, Rammstein aufs Mett, großes Tennis.
Wenn es nur nicht so weit wäre...
Aus logistischen Gründen waren wir dieses Mal gleich mit drei Fahrzeugen aus unserer Sternenflotte unterwegs. Sieben bis acht Stunden Geeier, je nach Abfahrtsort lassen viel Zeit, um sich einen ausgewachsenen Floskelkater anzulabern. Sabine ohne Schlaf trug einen großen Teil dazu bei, denn nach müde kommt bekanntlich blöd. So dauerte es auch nicht lange, bis mit „Put Your Hands Up In The Ass“ ein neuer Klassiker das Licht der feuerengelschen Parallelwelt erblickte. Unsere Frontsoundspezialistin Stefan Sabine Eberhardt, die entgegen ihrer angestammten Tätigkeit - aber zu unser aller Glückseligkeit – als Monitorspezialistin mitreiste, kündigte irgendwo zwischen Köln und finsterster Eifel an, er wolle demnächst eine neue Band gründen. Nämlich die Isolierband.
Oh mein Gott.
Hatte ich schon erwähnt, dass es die gesamten 798(000) Kilometer aus dem Norden der Republik bis kurz vor Trier in Strömen gepisst hat und dass uns Emma, die alte Orkantiefschlampe oder wie sie hieß, die ganze Zeit versucht hat, uns von der Autobahn zu blasen? Und dass das einzige zurechnungsfähige Wesen im Auto unsere resolute Navi-Tante Hildegard („Lauter!“) war? Sie hat übrigens nicht nur einen Sightseeing-Modus (Kirchen, Sehenswürdigkeiten), sondern auch noch einen Supersize-Modus (McDreck, Wurger King) und einen Suizid-Modus (baut auf den Supersize-Modus auf).
Am malerischen See in Kell am Selbigen hatte der Rest der Gurkentruppe bereits Quartier bezogen, so dass wir irgendwann nach zwei Uhr ein kleines Begrüßungs-Sit-In zelebrierten. Heia und viel zu früh wieder aufstehen, um zu frühstücken und anschließend wieder ins Bett zu gehen. Wie hohl. Auf zur Halle.
Dort gab es freundlicherweise viele Helfer – so genannte Hands - die uns beim Entladen des Lkw halfen. Vielen Dank. Übrigens: Örtliche Helfer, die nur für eine Nacht engagiert werden, heißen One-Night-Hands. Säule (Litfass), Selle (28) und Dirk (Frischfleisch) kümmerten sich um die Pyros, während wir unser Gelumpe aufbauten. Lampi (verrückter Holländer) schraubte am Front-Sound, Stefan-Sabine („Ich überlege die ganze Zeit, wie ich ihn hochkriege“) am Monitorsound mit den Doppelwarp-Gitarren. An dieser Stelle geht ein dickes DANKESCHÖN an Triacs, die PA-Firma, die uns hervorragend unterstützt hat. Ob es zusätzliche XLR-Kabel waren oder eine Antenne für den In-Ear-Funk – die Jungs haben’s schnell und unkompliziert organisiert. Wenn man des Öfteren erlebt, dass Technikfirmen sabotieren, weil eine Band eigene Mischer dabei hat, ist so eine professionelle Unterstützung doppelt erfreulich. Danke!
Vorhang auf! „ReiseReise“, „Feuer Frei“, „Tier“, Hit an Hit und ganz schnell wurde es heiß. Der Schweiß lief in Strömen, „Spieluhr“, Moshpit und auf einmal war es 0 Uhr. Daniel wurde von der Bühne gezerrt, in seine Freizeit-Klamotten gesteckt und wieder auf die Bühne geschoben, um schön ein bisschen Sägespäne zu fegen. So ist das, wenn man beim Gig 40, ääh 30 wird. Zu diesem Anlass war sogar Daniels Freundin heimlich aus Bremen angereist, um uns mit grünem Wodka und Schlagsahne zu vergiften. Weiter ging’s im Set, bis gar nichts mehr ging. Verbeugung, Abgang, Feierabend. Für alle, die sich gewundert haben, warum wir den Bogen bei Du Riechst So Gut nicht eingesetzt haben: Boris hatte einen Hexenschuss in der Halswirbelsäule und konnte sich kaum bewegen. Er musste die Show unter starkem Medikamenteneinfluss spielen. Hat’s jemand gemerkt? Nein? Seht ihr.
Schade, dass die Garderobe nach dem Gig so vollgestopft war, dass wir uns nirgends hinsetzen konnten, aber das ist beim Rock am Ring bestimmt auch ok so. An dieser Stelle geht ein Gruß an den Support Samarah und ein dickes DANKESCHÖN an den größten Teil des Publikums in Kell sowie ein herzliches FUCK YOU! an die Hirntoten, die mal gucken wollten, was man mit dem Boot so anstellen kann.
Abbauen, einladen, losfahren. Der Bus war noch keine zehn Meter weit gefahren, als wir von einem eifrigen Dorfsheriff angehalten wurden. Ob X-oph getrunken hätte oder Drogen genommen oder Medikamente oder alles zusammen? Nein, er sei Musiker, antwortete er. „Ich kann mir das nicht leisten, ich mach das beruflich.“ Das lässt Raum für Interpretationen.
Zurück in unserer kuscheligen Pension gab’s noch Feieraband-Bier...
X-oph hat sich dann nebenbei noch fix aus seinem Zimmer ausgesperrt, so dass er die Herbergsmutter aus dem Bett klingeln musste. Die Retourkutsche kam beim Frühstück.
Wie es wohl ist, Geisterfahrer im Stau zu sein und wie wohl ein In-Ass-Monitoring zu realisieren sei, fragten wir uns auf der Rückfahrt. Stroposkop-Puls-Horst wurde im Stau auf eine harte Probe gestellt, als Hildegard uns anzeigte, dass sich unsere voraussichtliche Ankunftszeit ein wenig heftig verzögere. Supi. Zuvor war an einer Raststätte am Arsch der Welt die Feuerengel-Fress-Phalanx gegründet worden und an anderer Stelle konnten wir Sabine weinen sehen. Warum? Schaut euch das Foto mit dem Frauenparkplatz an. Es haut gleich zwei Mal rein. Wusstet ihr übrigens, dass es Red Bull jetzt auch in 0,33 Liter-Dosen gibt? An einigen Tankstellen sogar ganz günstig für nur 4,95 Euronen. Hat’s denen ins Hirn gehagelt?
Bleibt zu sagen: Vielen Dank nach Kell, an die Organisatoren der fetten Party (www.highway-to-kell.de), an Triacs (www.triacs.de), an die netten Menschen vom Fronhof (www.hotel-fronhof.de) und natürlich an Lampi, Sabine, Dirk, Selle, Säule und Nadine, ohne die die Show so nicht möglich gewesen wäre. Liebe Grüße an Anja und Gabi.
Das letzte Wort hat dieses Mal Sabine:
„Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?“
Bis zum nächsten Mal!
FEUERENGEL
(c) Farp